Bayerische Schmankerl 51

Franz Ullmann

Nr. 38a, 39b und dreimal 40c in zwei Nuancen auf Nachnahmesendung über 11 Mark 40 Pfg. vom 30.04.1878 aus Regensburg nach Bruck an der Mur in der Steiermark.

Durchgangs-Rahmenstempel Wien Westbahnhof vom 01.05.1878. Der Absender war der bedeutende Verlag G.J. Manz. Bei der Portoberechnung hatten sich alle Beteiligten verrechnet: Der Absender hatte 75 Pfg. frankiert, der Postbeamte vermerkte neben der linken 20 Pfg. Marke „Vom Aufgeber frankirt“ und taxierte links unten „60“ in rot, ein Verstoß gegen die Vorschrift. Rote Farbe war zur Taxierung strengstens verboten, da zur Angabe von Weiterfranko vorgesehen.

Tatsächlich hätte der Brief aber 65 Pfg. gekostet: Briefgebühr 40 Pfg., dazu die Vorschußgebühr von 2 Pfg. je angefangene Mark, also 24 Pfg., abgerundet auf 25 Pfg. – der Begriff „Abrundung“ bedeutete im Postbetrieb Aufrundung – zusammen also 65 Pfg.

Offenbar hatte der Adressat Frist zur Einlösung verlangt, so dass die Sendung nach Ablauf von einer Woche nochmal vorgelegt, aber dann nicht eingelöst wurde, worauf sie retour ging.